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"Blutmond" bei frostigen Temperaturen

Für die Astronomie-Fans findet das erste Großereignis des Jahres statt. Montagfrüh ist in Deutschland eine totale Mondfinsternis und damit ein sog. "Blutmond" am Himmel zu sehen. Wer das Naturschauspiel live miterleben will, muss den Wecker ziemlich früh stellen und sich auch warm anziehen, denn die Temperatur liegt verbreitet im Frostbereich.

Bei einer Mondfinsternis steht die Erde zwischen Sonne und Mond: Der Vollmond befindet sich dann im Kernschatten der Erde, diesmal für ganze 63 Minuten. Darüber hinaus sind Venus und Jupiter nah beieinander am Himmel zu sehen.

Da der Mond nur rund 357.000 Kilometer von der Erde entfernt ist, erscheint er etwa zehn Prozent größer als gewöhnlich. Außerdem steht er niedrig über dem Horizont und wirkt dadurch noch einmal größer.

Die totale Mondfinsternis nennt man gerne auch "Blutmond" wegen seiner rotbraunen Farbe. Dies wird dadurch verursacht, dass die Sonnenstrahlen in der Erdatmosphäre gebrochen werden und nur das langwellige rötliche Restlicht zum Mond gelangt. Die Färbung hängt auch von den Wetterbedingungen ab, die an dem Tag herrschen.

Wer den blutroten Mond von Anfang an live ansehen möchte, muss ziemlich früh aufstehen. Um 3:35 Uhr MEZ wandert der Mond in den Halbschatten der Erde und erreicht schließlich um 4:34 Uhr den Kernschatten. Um 5:41 Uhr beginnt die totale Finsternis und um 6:44 Uhr ist die Totalität der Finsternis wieder vorbei. Ideal für die Beobachtung der Finsternis ist eine freie Sicht in Richtung Westen zum Horizont.

Wie sehen die Wetterbedingungen bei diesem Event aus? Mit Sicherheit kann man sagen, dass abgesehen von den nordfriesischen Inseln überall in Deutschland Frost zwischen -1 und -5 Grad, in der Mitte und im Osten sogar zwischen -5 und -10 Grad herrscht. Es wird also eine ziemlich kalte Angelegenheit sein. Mit einem heißen Tee oder Kaffee kann man die Kälte etwas erträglicher machen.

Wolkentechnisch sieht es für große Teile Deutschlands ganz gut aus, denn der Himmel ist überwiegend klar oder gering bewölkt, abgesehen von vereinzelten flachen Nebelfeldern, die sehr schwierig vorherzusagen sind. Ausnahmen gibt es leider: Ganz im Norden driften Wolkenfelder herein und auch im Süden Deutschlands, etwa südlich einer Linie Karlsruhe - Weiden in der Oberpfalz, bleibt die Wolkendecke meist geschlossen.

Für diejenigen, die eine zusätzliche Motivation benötigen, um dem Wecker so früh einzustellen und bei frostigen Temperaturen draußen zu sein: Die nächste totale Mondfinsternis in Deutschland findet erst wieder in neun Jahren statt, nämlich am 31. Dezember 2028 (laut dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, DLR).

Dipl.-Met. Marco Manitta Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 20.01.2019

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